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Vollständige Version anzeigen : Neue Fans?


Corpse Grinder
21.06.2005, 12:37
Hi,

was meint Ihr, wie die Chancen stehen, das die Sportis neue Fans gewinnen? Ich meine jetzt nicht nur auf regionaler Ebene, da ist jetzt jeder erstmal Fan bzw. neugierig was da nächste Saison passiert!
Ich dachte eher, können die Sportfreund vielleicht auch bundesweit "was bewegen"? Besteht die Chance sowas wie Freiburg oder Mainz zu werden?

Ich denke, das liegt in erster Linie am Fußball den wir spielen werden und dann mal schauen!

Peter aus München
21.06.2005, 12:41
STIMMT :!: :oops:

(Ansonsten wäre dieser Thread vielleicht was für
die Rubrik "Die Fans..." :shock: )

*laut denk an*: "Ich glaube lieber Thorsten, dass Du Dir die Sparte "Wichtiges" hättest sparen können!" *laut denk aus* :cry:

Beorn
21.06.2005, 13:39
Warum? Das ist doch eine ganz normale Frage, ob es die Sportfreunde über den regionalen Rahmen hinaus schaffen können, eine Fanbindung zu erreichen. Bitte nicht jeden Beitrag, den man nicht selbst so nicht geschrieben hätte, sofort für unsinnig oder überflüssig erklären!

@Corpse Grinder, ich denke einmal, die Beispiele Meinz und Freiburg sind für die Sportfreunde noch in relativ weiter Ferne. Zumindest das derzeitige Mainz. Kannst Du Dich an die 05er früher erinnern? Da war Mainz der Inbegriff der grauen Zweitligamaus, im Bruchweg verlor sich eine mittelmässige Kulisse. Durch die mehrmals verpassten Aufstiege in die Bundesliga bekam Mainz ein neues Image, das des irgendwie sympathischen Dauerloosers. Und als dann dieser Looser den Aufstieg schaffte, in der eigenen Stadt eine dort nie gesehene Welle auslöste und auch noch als neues Lieblingskind der Medien überall sympathisch vermittelt wurde, da entstand das "neue" Mainz 05. Mit dem gespielten Fußball hat Image, erst recht deutschlandweites Image, nur teilweise etwas zu tun. Es schadet aber nicht, engagierten und offensiven Fußball zu zeigen, dies trägt zum Sympathiewert einiges bei. Und die Mainzer haben einen teilweise sehr schönen Ball gespielt. Kein anderes Team der Bundesliga erzielte gegen die Bayern in dieser Saison vier Tore.

Freiburg? Warum Freiburg? Denn die sind meiner Meinung nach auch als Bundesligist ein regional sehr stark verbundener Verein. Ausserhalb von Südbaden findet man doch kaum einen SC-Fan. Das ist nebenbei ein interessantes Merkmal des Fußballs in Baden-Württemberg. Ob der KSC, der SC Freiburg, selbst der VfB Stuttgart als deutscher Spitzenverein sind auf einen recht eng begrenzten lokalen Raum beschränkt. Daher könnte Freiburg schon eine Art Vorbild der Sportfreunde sein, wenn diese sich zu einer Art "FC Region Mitte-West" entwickeln könnten. (Region "Mitte-West ist ein EU-Begriff, es umfasst grob den gesamten Raum zwischen dem südlichen Ruhrgebiet bis ins Rhein-Main-Gebiet). Darin könnte eine Chance der Freunde bestehen, so zwischen Siebengebirge und Marburg, vom Märkischen Kreis bis nach Giessen-Wetzlar Zuschauer zu gewinnen und vielleicht auch als Fans zu binden.

Für den Augenblick bin ich skeptisch Grinder. Es muss uns nicht so gehen wie LR Ahlen, die ausserhalb der eigenen Region kaum Bindungskraft haben. Meine Beispiele sind eher Vereine wie Jahn Regensburg oder Eintracht Trier. Auch diese kamen aus dem Amateurlager, die Städte sind vergleichbar groß, beide haben ein relativ großes Umfeld. An dem Fanniveau dieser Vereine in der 2. Liga sollten wir uns erst einmal orientieren, alles weitere ist eine Frage der Vermarktung und des eigenen Auftretens.

Wenn ich schon von eigenen Auftreten schreibe: Für die Wahrnehmung eines Vereins sind Dauerpöbler und Internethools, die anderswo die Gästebücher vollschmieren, eine Katastrophe. Die Mainzer etwa wurden, ähnlich wie vorher St. Pauli, zu einem überregionalen Sympathieträger, weil da eben auch eine andere Fankultur existiert. Mit "Schwule, Schwule", "AWH" und "ZickZack Zigeunerpack" kann man dem eigenen Verein mehr schaden, als viele glauben. Denn das wird von denen gehört, die für die Wahrnehmung ausserhalb des Stadions zuständig sind, den Medienleuten. Wer nicht in unserer Ecke wohnt, wird die Sportfreunde vor allem über einen Filter namens Medien mitbekommen. Und da trägt das Auftreten des gesamten Vereins dazu bei, ob und wie er dargestellt wird.

Übrigens passt das Thema tatsächlich besser zu "Die Fans". Thorsten, kannst Du es vielleicht dorthin verschieben?

Schlampe Constantinopel
21.06.2005, 14:16
Die Mainzer etwa wurden, ähnlich wie vorher St. Pauli, zu einem überregionalen Sympathieträger, weil da eben auch eine andere Fankultur existiert. Mit "Schwule, Schwule", "AWH" und "ZickZack Zigeunerpack" kann man dem eigenen Verein mehr schaden, als viele glauben. Denn das wird von denen gehört, die für die Wahrnehmung ausserhalb des Stadions zuständig sind, den Medienleuten.

Und auch aus diesem Grund spielt Mainz 05 jetzt im UEFA-Pokal!
Vorbildliche Fankultur und -verhalten!

Wobei mir auch schleierhaft ist, wo da die Maßstäbe angesetzt wurden!
Rein medial aber deutlich erkennbar!

Hilchenbach
21.06.2005, 20:00
@ Beorn: Gebe dir in den meisten Punkten Recht, aber deiner Meinung zur Freiburg kann ich nicht zustimmen. Corpse Grinder meinte glaube ich damit auch keine richtigen Fans sondern eher Sympathieträger. Und die hatte und hat Freiburg zum Teil noch auf jeden Fall.
Die Freiburger wurden in Deutschland durch ihr angenehmes Auftreten bekannt geworden(Außnahme: Golfballwurf auf Kahn). Vor allem, da sie eine Zeit lang schönen Fußball gespielt haben und sie auch seit sehr langer Zeit an ihrem Trainer festhalten. Bei Mainz ist es ja das selbe die meisten die Mainz außerhalb der Mainzer Region gut finden sind ja meist keine fans.
Aber ich glaube nicht, dass wir sowas im nächsten Jahr erreichen können aber vielleicht ja später mal....

Beorn
22.06.2005, 09:17
Hmm, weiss nicht, in Corpse Grinders Posting steht schon was von überregionalen Fans, das habe ich nicht so verstanden, dass es da um Sympathiepunkte geht.

Deinen Einwand mit dem SC Freiburg kann ich so akzeptieren, wie Du es schreibst. Denn für einige Zeit belegte der Sportclub den Platz, den derzeit die Mainzer haben, everybodys Darling. Ein stark studentisches Publikum in einem kleinen, knuffigen Stadion, ein Trainer, der mit Brilli im Ohr und selbstgedrehten Kippen ganz anders daherkam (Ähnlich wie Klopp in Mainz), die technisch beschlagenen "Breisgau-Brasilianer", das machte sie zu einem Liebling der Liga.

Ich habe mich auf die Fanbindung bezogen, und da ist der Sportclub ein ausgesprochen regionales Phänomen. Deren einzugsgebiet beschränkt sich auf Region Südbaden, südlicher Schwarzwald, darüberhinaus findet der SC kaum Anhänger. Ein Gegenbeispiel ist für mich Borussia Mönchengladbach, die auch aus einer vergleichsweise kleinen Stadt kommen (wer würde denn von uns was zu Mönchengladbach sagen können, wenn es Borussia VfL nicht gäbe?), aber durch ihre Erfolgszeit bis heute in grossen Teilen Deutschlands ihre Fans haben.

In der 2. Liga bleiben fast alle Vereine regional gebunden. 1860 München ist für Teile Bayerns ein Lieblingsverein, und sonst? Vielleicht noch Dynamo Dresden, Alemannia Aachen und der KSC, wobei ich bei letzterem schon Zweifel habe.

Das Einzugsgebiet der Sportfreunde ist für mich Siegerland/Wittgenstein, Nordhessen bis Marburg, Mittelhessen bis Giessen, siegabwärts denke ich, dass bei Wissen mehr oder weniger die Grenze sein wird, dahinter beginnt schon das Revier des 1. FC Köln. Auf dem Westerwald kann ich es schwer einschätzen. Ein Teil der Fußballfans aus dem südlichen Sauerland wird wohl auch mal den Weg nach Siegen finden, aber ich glaube nicht, dass wir bis hinter Lüdenscheid hinaus sehr viel anziehen können. Einzelne Fans können natürlich überall leben.

Wo seht Ihr die Grenzen? Seht Ihr sie überhaupt? Oder denke ich zu lokal?

RoyMakaay
22.06.2005, 10:00
Überregional werden es meiner Ansicht nach erstmal "Symphatisanten" sein, erst im Laufe der Zeit könnten sich daraus "echte Fans" entwickeln. Wobei das mit den "echten" Fans ja immer ein Thema ist! :wink:

Wie ihr schon gesagt habt, hängt vieles von der Spielweise ab. Dem Zuschauer ist ein schnelles Kurzpass-Spiel sehr lieb und zudem kurzweilig anzuschauen. Wenn du dazu noch ein "Underdog" bist, kannst du die Zuschauer noch eher begeistern.

stw
22.06.2005, 13:04
Das Einzugsgebiet der Sportfreunde ist für mich Siegerland/Wittgenstein, Nordhessen bis Marburg, Mittelhessen bis Giessen, siegabwärts denke ich, dass bei Wissen mehr oder weniger die Grenze sein wird, dahinter beginnt schon das Revier des 1. FC Köln. Auf dem Westerwald kann ich es schwer einschätzen. Ein Teil der Fußballfans aus dem südlichen Sauerland wird wohl auch mal den Weg nach Siegen finden, aber ich glaube nicht, dass wir bis hinter Lüdenscheid hinaus sehr viel anziehen können. Einzelne Fans können natürlich überall leben.

Wo seht Ihr die Grenzen? Seht Ihr sie überhaupt? Oder denke ich zu lokal?

Ich glaube nicht, dass wir bis nach Lüdenscheid im Norden kommen. Da ist dann doch eher das Einzugsgebiet des BVB. Der Grossteil wird nach wie vor aus dem engsten Umland kommen. Um sich überregional mit dem Verein zu identifizieren werden wir noch eine ganze Zeit brauchen. Ich glaube auch nicht, dass wir im Süden bis nach Giessen kommen. Da ist der Hesse doch eher eigen als dass er als "Siegerländer" daher käme. Und da liegt dann auch der Hund begraben. Sich als Kölner oder Gladbacher, oder Dortmunder etc. pp zu fühlen ist (u.a. aufgrund ihrer Tradition) um ein vielfaches leichter denn als Siegener. Was sollte denn bei uns die Attraktion auslösen? Am Verein wären höchstens Fussballkenner interessiert. Siegen als Stadt ist eher uncool und die Mentalität des Siegerländer an sich wird auch keine besonderen Begeisterungsstürme hervorrufen. :?

RoyMakaay
22.06.2005, 13:19
Siegen als Stadt ist eher uncool und die Mentalität des Siegerländer an sich wird auch keine besonderen Begeisterungsstürme hervorrufen. :?

Das ist wohl leider richtig! :(

Aber Mainz ist ja auch nicht wegen der Stadt oder einem Schoppe cool! :wink:

Hausmeister
22.06.2005, 13:55
Siegen als Stadt ist eher uncool und die Mentalität des Siegerländer an sich wird auch keine besonderen Begeisterungsstürme hervorrufen. :?

Das ist wohl leider richtig! :(

Aber Mainz ist ja auch nicht wegen der Stadt oder einem Schoppe cool! :wink:

Naja, die Mainzer werden doch überall wegen ihrer tollen Karnevalsstimmung und der Super-Party Stimmung auf den Rängen medial gefeiert.

Wer mal bei denen im Stadion war, weiß, daß dem nicht so ist. Die Stimmung ist eher gewöhnlich bis langweilig. Daher immer wieder schön, wie man doch Dinge in den Medien verdrehen kann: Man schaffe sich ein Rumpelstilzchen und Dauergrinser als Trainer an, der ímmer gerne und oft mit den Medien kooperiert und schon bekommt man deren Unterstützung und zudem noch, unter fadenscheinigen Begründungen seitens des DFB, den Fair-Play-Cup.

Naja, wer's mag...

Thema Siegen: Ich sehe die Grenzen des Einzugsbereiches auch noch lange nicht so weit gestreckt wie Beorn. Langfristig vielleicht, aber kurz- und mittelfristig müssen die Sportfreunde erstmal sehen, daß das Siegerland hinter ihnen steht. Zuviele Menschen hier sehen die Sportfreunde eher als Nummer 2 hinter ihrem eigentlichen Lieblingsteam aus der Bundesliga. Alleine, wenn man gesehen hat, wieviele Siegener beim Spiel gegen die Bayern A. im Gästeblock mit Bayernschals standen , bekomme ich das Kotzen.
Identifikation und Fanatismus müssen auch hier erst wachsen. Aufstiege und plötzlicher Erfolg sind dabei übrigens nicht unbedingt Erfolgsfaktoren. Hier ist wieder das Negativbeispiel Mainz anzubringen: Vor 3 Jahren lief die halbe Stad noch zum Fußball nach Lautern oder Frankfurt, der eigene Club hat niemanden interessiert. Falls es für die Mainzer nächste Saison wieder in die 2.Liga geht, wird es wieder so kommen...die "neuen" Fans werden sehr schnell wieder verschwinden.

Peter aus München
22.06.2005, 14:12
Also, ich tippe, dass unser Besucherschnitt von 6.100 auf eine fünfstellige Summe hochschnellen wird :!:
Mannschaften wie z.B. Dynamo Dresden, VfL Bochum und Alemannia werden Hunderte, wenn nicht sogar Tausende von Gästefans mitbringen :!:
Im von Beorn angesprochenen Einzugsgebiet leben mehr als 2 Millionen Menschen :!:
Schon jetzt rechne ich damit, dass mindestens die Partien gegen 1860 München und den VfL Bochum ausverkauft sein werden :!:

RoyMakaay
22.06.2005, 14:21
Schon jetzt rechne ich damit, dass mindestens die Partien gegen 1860 München und den VfL Bochum ausverkauft sein werden :!:

Davon gehe ich auch aus, auch gegen Dresden wird die Hütte rappelvoll sein! Wobei rappelvoll ja leider auch nur 12000 Zuschauer sein könnten! :roll:

Beorn
22.06.2005, 14:47
Zugegeben, ich habe mein Einzugsgebiet bereits recht großzügig gewählt. Andererseits haben mich bereits Kolleginnen aus Wissen oder Ehringshausen angesprochen, ob ich für Bekannte Karten besorgen kann. Auch im Südsauerland werden die Sportfreunde mit Interesse beobachtet. Die von mir angegeben "Grenzen" sehe ich auch als absolutes Maximum, und schon diese werden wir nur erreichen können, wenn wir auch in den nächsten Jahren einigermassen kontinuierlich im höherklassigen Fußball bleiben. Im Moment würde ich um das Leimbachstadion herum einen Radius von grob 30/40 Kilometern ziehen.

Um mal ein wenig Werbung in eigener Sache zu machen: Ich habe ein ähnliches Thema in meiner WP-Kolumne angesprochen. Ich setze diese gleich mal rein.

@Hausmeister: Die Bewertung der Vereine nach der FAir-Play-Regel erfolgte doch durch die UEFA, nicht durch den DFB, oder?

Hausmeister
22.06.2005, 15:14
Die Kriterien wurden von der UEFA festgelegt, die Auswahl des Vereins oblag der DFL oder dem DFB. Da außer dem ersten Punkt, alle Kriterien schwammig und schwer belegbar sind, finde ich es persönlich eine Frechheit seitens der DFL Mainz anstatt von Hannover(war die fairste Mannschaft) zu nominieren. Schön auch, daß die Vereine von den letzten 4 Kriterien erst nach der Saison unterrichtet wurden, hatte Hannover doch fest mit einer Nominierung gerechnet und die letzten Spiele (wo es sportlich um nichts mehr ging), besonders fair bestritten.

Hier die Kriterien:

Rote und Gelbe Karten
Respekt vor dem Gegner
Verhalten der Mannschaftsoffiziellen
Positives Spiel
Benehmen der Fans